Kleingärten bleiben das Grillparadies Nummer eins / Knackfrisches Gemüse bringt Gesundheit auf den Rost.

Grillen steht ganz oben auf der Liste der sommerlichen Lieblingsbeschäftigungen: Rund 70 bis 90 Millionen Mal im Jahr werfen die Bundesbürger den Grill an. Die Kehrseite der Medaille: Immer öfter gibt es deswegen Streit unter Nachbarn. Und wer nicht aufpasst, tut seiner Gesundheit nichts Gutes.

In vielen öffentlichen Parks sind die mobilen Feuerstellen inzwischen gänzlich verboten. In Mehrfamilienhäusern müssen Mieter Einschränkungen beim sommerlichen Vergnügen auf dem Balkon hinnehmen. Kleingärten sind und bleiben damit das Grillparadies Nummer eins. Zwar heißt es auch hier Rücksicht nehmen auf den Parzellennachbarn. Doch von Totalverboten und strengen Reglements halten die Kleingärtnervereine nichts. „Grillen ist ein Stück Kleingartenkultur, und das soll auch so bleiben“, sagt Rolf Neuser, Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde (BDG).

Dabei gibt es genug leichte Alternativen: Besser geeignet als Wurst und Nackensteaks sind magere Fleischstückchen, zum Beispiel Lende oder Geflügel. Oder wie wäre es mit Fisch? Insbesondere Seefisch wie Lachs, Seeteufel oder Makrele enthält reichlich Omega-3-Fettsäuren, die den Blutfettspiegel senken. Richtig gesund wird es mit Gemüse, am besten erntefrisch aus dem eigenen Garten. Tomaten, Zucchini, Auberginen, Paprika, Fenchel, Zwiebeln, Maiskolben, Kartoffeln: Ganz, in Scheibchen oder auf den Spieß gesteckt - fast alles, was der Garten hergibt, lässt sich verbraten.

Doch auch das beste Grillgut taugt nichts mehr, wenn es falsch zubereitet wird. Zwar riecht es gut, wenn Fett und Fleischsaft auf die glühende Holzkohle zischen. Doch in dem dabei entstehenden Rauch stecken schädliche Substanzen, zum Beispiel die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK); dazu gehört auch das krebserregende Benzpyren. Mit dem Rauch schlagen sich die Gifte auf die Oberfläche von Fleisch, Fisch und Gemüse nieder. Noch giftiger wird es, wenn Grillrambos Bier auf Fleisch und Würstchen tropfen, um eine besonders knusprige Kruste zu bekommen. Dann qualmt es besonders, sodass auch die Nachbarn ihre Packung Schadstoffe mit abbekommen. Und die leckere Kruste enthält weit mehr Gift, als auch der stärkste Raucher an einem Tag inhalieren kann.

Schutz vor den PAKs bietet ein Stück Alufolie auf dem Grill oder eine Grillpfanne - der Umwelt zuliebe am besten eine wiederverwertbare. Letztere ist gerade für Gemüse unverzichtbar. Denn Zucchini und Co. brauchen, damit sie unter den hohen Temperaturen nicht vertrocknen, ein gutes Öl als Begleiter. Hier eignen sich Erdnuss- und Olivenöl am besten. Die Pfanne einölen, Gemüse dazu, salzen und pfeffern und ab damit auf den Rost - oder besser noch: darunter. Dazu die glühenden Kohlen auf die Seite schieben und die feuerfeste Form in die Mitte stellen (gut geeignet ist eine Kuchenform). Jetzt das Fleisch genau darüber auf den Rost legen. So tropft der Fleischsaft direkt in die Gemüseschale. Das schmeckt nicht nur lecker, sondern verhindert auch, dass die berüchtigten PAKs entstehen. Eine perfekte Verbindung von Gesundheit und Genuss.