Das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) beabsichtigt, in diesem Jahr einen Vorschlag zur Änderung des Pflanzenschutzgesetzes (PflSchG) auszuarbeiten. Damit wird im Rahmen der Harmonisierung der EU-Pflanzenschutzgesetzgebung europäisches in nationales Recht umgesetzt.

An den Gesprächen zur rechtlichen Verankerung und zur Ausgestaltung des so genannten "Nationalen Aktionsplans" haben der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) und die Deutsche Gartenbaugesellschaft (DGG) als größte Freizeitgartenbauverbände teilgenommen. In einem gemeinsamen Positionspapier fordern beide Verbände jetzt, bei der anstehenden Gesetzesänderung die Haus- und Kleingärtner nicht zu vergessen.

Die seit der letzten Gesetzesneufassung wirksame Gebotsindikation, also die spezielle Eignungsprüfung für den Haus- und Kleingartenbereich sowie die Einführung eines Genehmigungsverfahrens für Lückenindikationen schränken die Anwendung zahlreicher Pflanzenschutzmittel für den Haus- und Kleingartenbereich erheblich ein. Für Experten ist es nicht nachvollziehbar, dass ein biologisches Mittel wie "XenTari" mit dem Wirkstoff Bacillus thuringiensis nur in einigen wenigen Anwendungsgebieten in Haus- und Kleingartenbereich eingesetzt werden darf, während dem Erwerbsanbau Anwendungsgebiete in viel größerem Umfang zur Verfügung stehen.

Beide Verbände begründen Ihre Forderungen damit, dass Pflanzenschutz auch im Freizeitgartenbau im Rahmen der guten fachlichen Praxis ein Schlüssel für den erfolgreichen Anbau von Kulturpflanzen ist. Der Anbau von Gartenbauerzeugnissen ist in Kleingärten zudem unabdingbarerer Bestandteil der durch das Bundeskleingartengesetz geforderten kleingärtnerischen Nutzung. Die Praxis zeige, dass Freizeitgärtner Arten und Sorten, bei denen Indikationslücken bestehen und demzufolge Anbaumisserfolg vorprogrammiert ist, nicht mehr kultivieren. Wieso diese Verarmung der Arten- und Sortenvielfalt in Haus- und Kleingärten hingenommen wird, wenn gleichzeitig das Jahr 2010 als "Internationales Jahr der Biodiversität" durch die UNESCO ausgerufen wird, ist eine der Fragen, die das Papier aufwirft.