Ulrike und Stefan Zerbst haben im Kleingartenverein Heidberg die eigene Scholle

Nach jahrelanger Flaute werden Kleingärten bei jungen Familien immer beliebter. Seit 15 Monaten beackern Stefan und Ulrike Zerbst im Kleingartenverein Heidberg die eigene Scholle. Ein grünes Paradies auch für ihren Nachwuchs Tim (4) und Niklas (17 Monate).

"Für Kinder ist ein Spielplatz interessant", räumt Ulrike Zerbst ein. "Ein Garten ist jedoch viel lebensnaher." Hier erfahren die Kleinen, was Natur ist und woher die Lebensmittel kommen. 

Die Sprösslinge erfahren, dass Obst an Bäumen wächst, Gemüse am Boden gedeiht, Brot in seinem Ursprung auf einem Halm entsteht. Außerdem liege im eigenen Garten weder Glas noch Hundekot. Und ihr Garten ist von der Wohnung im Heidberg zu Fuß zu erreichen.

Für die 29-jährige Lehrerin und ihren drei Jahre älteren Ehemann ging mit der 375 Quadratmeter großen eigenen Parzelle kein Lebenstraum in Erfüllung. "Wir suchten nicht händeringend nach einem Garten", versichern beide. Man hielt jedoch Ausschau.

Bei einem Glas Saft wurden sie im Gartenverein Heidberg mit einem Kleingärtner, der seine Parzelle abgeben wollte, schnell einig. Der Wert von Gartenhaus und Grundstück wurde offiziell geschätzt. Kurze Zeit später waren Ulrike und Stefan Zerbst Hobbygärtner.

Das Leben in der Gemeinschaft mit den Kleingärtnern klappt. Ein positives Zeichen sei, dass im Gartenverein Heidberg kein Zaun die Gärtner voneinander trennt. Grundstücksgrenzen sind vielmehr durch Blumenbeete, Rasenkanten und niedrige Büsche kenntlich gemacht. "Das schafft Vertrauen und fördert die Gemeinschaft", sagt Ulrike Zerbst. Aber auch die Gemeinschaftsarbeit fördert den Zusammenhalt der Hobbygärtner.

Freunde, die zunächst skeptisch waren, sind bei Grillfeiern dabei. "Allerdings können wir mit ihnen rechnen, wenn es was mal zu arbeiten gibt", fügt Ulrike Zerbst hinzu. Besonders spannend wird's für Tim und Niklas, wenn im Herbst Winterbehausungen für Igel geschaffen werden. Die Jungen sorgen dann dafür, dass es für die Schläfer schön bequem ist. Im Frühjahr pressen die Kinder ihr Ohr an die Nistkästen. Mal hören, ob der gefiederte Nachwuchs schon piepst.

Tim ist inzwischen selbst eifriger Hobbygärtner. Der Vierjährige bearbeitet gleich zwei eigene Beete. Geerntet wurde auch schon: Da gab's dann Radieschen, Grüne Bohnen, Kürbisse, Erdbeeren und sehr viele Blumen.

Für Ulrike und Stefan Zerbst ist der eigene Garten auch etwas Rückbesinnung auf die eigene Kindheit. "Unsere Eltern waren Kleingärtner", sagt der 31-Jährige. "Wir haben dort eine gute Kindheit verlebt." Und dieses Erleben wollen sie an Tim und Niklas weitergeben.