Auch Anfänger können erfolgreich gärtnern

Ein eigener Garten? „Viel zu kompliziert, viel zu aufwendig, da kenn ich mich gar nicht aus“, urteilt so manches Großstadtgewächs voreilig. Und so bleibt der Traum von der grünen Oase und der eigenen Ernte oft ein Traum. Dabei ist es gar nicht schwer, ihn Wirklichkeit werden zu lassen. Denn den „Grünen Daumen“ kann jeder lernen. Wie auch Anfängern das grüne Glück gelingt, wie man zur eigenen Scholle kommt und warum dafür genau jetzt die richtige Zeit ist, erklärt der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. (BDG).

Die Angst vor der Erde

In diesem Garten hockt der Gärtner, hier mit Sonnenhut, im Gemüsebeet bei den Salaten. Im Vordergrund ist ein kleiner unbefestigter Weg zu sehen.Gerade Menschen, die ohne eigenen Garten aufgewachsen sind, erscheint der Anbau von Obst und Gemüse häufig als ein großes Mysterium. Im Supermarkt liegen die glänzenden Äpfel und schnurgeraden Gurken hübsch in Folie verpackt wie ein aufwendiges Geschenk – man gewinnt schnell den Eindruck, sie ließen sich nur mit hochspezialisiertem Fachwissen produzieren. Dabei bringen viele leckere Obst- und Gemüsesorten auch ohne jahrelange Gärtner-Erfahrung und übertriebenen Aufwand einen sehenswerten Ertrag. Und das Beste: Den Stolz auf die erste eigene Ernte gibt es gratis dazu.

Von Sonne und Boden

„Grundsätzlich sind drei wichtige Faktoren beim Pflanzen zu beachten“, erklärt Jürgen Sheldon, Bundesfachberater beim BDG, „der richtige Standort, eine pflegeleichte Kultur und eine robuste Sorte.“ Nicht jedes Obst wächst bei jedem Klima, nicht jedes Gemüse in jedem Boden. Aprikosen zum Beispiel brauchen viel Wärme, für Möhren darf der Boden nicht zu schwer und zu nass sein. „Was in Ihrer Region problemlos gedeiht, verrät ein Blick in Nachbars Garten.“ Im Zweifel steht außerdem in jedem Kleingärtnerverein ein Fachberater mit Rat und Tat zur Seite.

Robust und widerstandsfähig

Abgesehen von Boden und Klima eignen sich auch nicht alle Pflanzen gleich gut für den Gartenneuling. „Wer mit Spargel und Artischocken beginnt, wird die Harke schnell wieder frustriert fallen lassen“, warnt Sheldon. Besser sind pflegeleichte Arten wie Erdbeere, Erbse, Zucchini oder Brombeere. Außerdem sollte jeweils die richtige Sorte gewählt werden, das heißt: spezielle Züchtungen, die gegen viele Krankheiten und Schädlinge resistent sind. Welche sich als besonders robust und widerstandsfähig erwiesen haben, erläutert zum Beispiel „Das Einmaleins des Gärtnerns“, das der BDG herausgebracht hat.

Paradiese zum Pachten

Eine Gartenlaube mit spitzem Dach und weißer FassadeDoch halt, das fleißige Pflanzen kann natürlich erst beginnen, wenn überhaupt ein eigener Acker zur Verfügung steht. Einen Kleingarten pachten – das ist sicherlich für die meisten Anfänger die größte Hürde. Dabei ist es eigentlich ganz leicht. „Treten Sie einfach in den Kleingartenverein in Ihrer Nähe ein“, ermuntert Jürgen Sheldon, „dort können Sie sich um eine Parzelle bewerben und wenn etwas Passendes frei ist, können Sie den Garten mit Pflanzen, Laube und Geräten gegen einen Abschlag übernehmen.“ Die laufenden Kosten sind übrigens sehr gering: Inklusive Vereinsbeitrag, Pachtpreis, Wassergeld und Versicherung kostet ein Kleingarten durchschnittlich nicht mehr als 1 Euro pro Tag. Wenig Geld für ein kleines Paradies.

Die Zeit ist reif

Jetzt, wo der Winter auf die Zielgerade geht, ist der ideale Zeitpunkt, um sich für einen eigenen Kleingarten zu entscheiden. „Sie können die wenigen Formalitäten in der kalten Zeit erledigen, und wenn Schnee und Eis verschwunden sind, stehen Sie pünktlich zur ersten Pflanzzeit des Jahres im eigenen Garten“, erklärt BDG-Experte Sheldon.   

Probieren statt Studieren

„Passt Graben und Jäten wirklich zu mir? Macht mir das Pflanzen auch morgen noch Spaß?“ Viele Menschen sind unsicher, ob sie sich für einen Kleingarten entscheiden sollten. Und haben Angst, sich für die Ewigkeit binden zu müssen. „Sollten Sie feststellen, dass Gärtnern doch nicht das richtige Hobby für Sie ist, können Sie Ihren Garten problemlos wieder abgeben“, beruhigt Sheldon. So wie man dem Vorpächter Gerätschaften, Pflanzen und Laube abkauft, können sie auch an den nächsten Hobbygärtner weitergegeben werden. Dadurch bleibt das finanzielle Risiko gering: ein Paradies auf Probe. Den Spaten wieder an den Nagel hängen kann man immer noch.

Weitere Informationen gibt es beim Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. (BDG) und unter www.kleingarten-bund.de.