Dass der Frühling in den Garten einzieht, lässt sich nicht nur an den ersten grünen Spitzen und Trieben sehen, sondern auch hören: Amsel, Drossel, Fink und viele mehr stimmen nun wieder ihre Lieder an. Wie Hobbygärtner ihren Garten auch über die Winterfütterung hinaus für Vögel aller Arten attraktiv machen, verrät der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. (BDG).

Für jeden das passende Haus

Ein Vogelhaus am Baum. Der längliche Kasten hat vorne ein Loch wo die Vögel ins Innere des Kastens gelangen. Davor ist ein Stab angebracht wo die Vögel landen können.(Foto: BDG)Eine naheliegende und bewährte Möglichkeit, Singvögel in den Garten zu locken, ist das Anbringen von Nistkästen. Von Marke Eigenbau bis zum Designermodell lässt sich für jeden Geschmack etwas finden. Doch auch die Vögel haben ihre Vorlieben – nicht jede Art liebt den klassischen Kasten mit rundem Einflugloch. Rotkehlchen und Hausrotschwanz zum Beispiel bevorzugen in der Natur Mauernischen zum Brüten, bei Nistkästen lassen sich diese mit sich mit einer zur Hälfte offenen Vorderwand imitieren. Wer gern Blaumeisen in seinem Garten begrüßen möchte, sollte wiederum Kästen mit einem sehr kleinen Einflugloch von nur 26 bis 27 Millimetern Durchmesser wählen, da die kräftigere Kohlmeise die zierlichen Tiere sonst wieder vertreibt.

Vogelfreundliches Grün

Es müssen aber nicht immer künstliche Behausungen sein: Auch die richtige Bepflanzung kann einen Garten zum Vogelparadies machen. Für den Nestbau sollten die Pflanzen einen schön verzweigten Wuchs haben und genügend Deckung bieten. „Holunder, Rot- und Weißdorn oder Brombeeren, die gern auch etwas wilder wachsen dürfen, bieten zum Beispiel sehr guten Schutz“, so Jürgen Sheldon, Bundesfachberater beim BDG. Schlehe, Berberitze und wildromantisch wachsende Kletterrosen in einer beschaulichen Gartenecke sind gleichermaßen dekorativ und vogelfreundlich. Auch Kletterpflanzen wie Efeu, Wilder Wein oder Geißblatt bieten hervorragende Versteck- und Nistmöglichkeiten. Zaunkönige bauen ihre charakteristischen Kugelnester zum Beispiel besonders gern im Efeudickicht.

Willkommener Wasserspaß

Wie Menschen haben auch Vögel in der wärmeren Jahreszeit gern ausreichend Wasser um sich. Eine flache Stelle am Rande des Gartenteichs oder eine Vogeltränke, die stets mit frischem Wasser gefüllt ist, laden zum Erfrischen ein. Gerade für Kinder gibt es kaum ein schöneres Erlebnis, als direkt vor der Tür einem Buchfink, einer Meise oder einem Sperling beim ausgiebigen Baden zuzusehen. Dafür sollte die Vogeltränke so aufgestellt werden, dass man sie vom Fenster oder einem Sitzplatz gut im Blick hat, ohne die Tiere zu stören. Der BDG rät außerdem, die Tränke an einen offenen Platz zu stellen, damit sich Katzen nicht unbemerkt anschleichen können.

Mehr als Gezwitscher

Vögel im Garten sind übrigens weit mehr als eine hübsche Zierde – sie sind überaus effektive Nützlinge. „Ein Kohlmeisenpaar, das im Schnitt zweimal im Jahr brütet, ‚verbraucht‘ für sich und die Fütterung seiner Jungen etwa zwei Zentner Insekten“, erläutert Sheldon. Auf chemische Insektenbekämpfungsmittel, die meist auch für viele andere Tiere schädlich sind, lässt sich so verzichten.