Reger Gesprächsaustausch am Infostand des Bundesverbandes anlässlich des Tags des Gartens. V. l. n .r.: Dr. Achim Friedrich, BDG-Präsident; Rüdiger Frank, Vorsitzender des Landesverbandes Rheinland-Pfalz der Kleingärtner , Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium sowie BDG-Präsidiumsmitglied Armin Matzke. Foto: Thomas Wagner, BDGDie Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 1822 (DGG), die mehr als 6,5 Millionen Freizeitgärtner in 21 Verbänden vertritt, lud zum ersten gemeinsamen Freizeitgärtnerkongress nach Koblenz ein. Die Schirmherrschaft hatte Bundesministerin Ilse Aigner übernommen.

Auf dem dreitägigen Kongress (17.-19. Juni), den die DGG gemeinsam mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium veranstaltete, erörterten mehr als 350 Teilnehmer aktuelle und zukünftige Herausforderungen rund um die Themen „Mensch und Natur", „Garten, Gesundheit und Ernährung" sowie als besonderen Schwerpunkt „Jugend und Natur". Am ersten Kongresstag gaben Fachleute starke Impulse für die anschließenden Diskussionen.

Dr. Hans-Herrmann Bentrup, Staatssekretär a.D. und Vorsitzender des Kuratoriums Entente Florale, wies in seinem Vortrag auf den Status des Freizeitgartenbaus in Politik und Gesellschaft und ebenso auf die Bedeutung von Kleingärten hin. Er forderte, den Kleingartenbestand bundesweit zu sichern und als wichtigen Teil urbaner Grünflächen umfassend anzuerkennen. Die zunehmende wirtschaftliche Bedeutung des Freizeitgartenbaus – der immerhin einen aktuellen Jahresumsatz von 14,4 Mio. Euro realisiert, erörterte Hans-Jürgen Herr, Vorsitzender des Industrieverbandes Garten (IVG). Prof. Dr. Wulf Tessin, Universität Hannover, philosophierte über Menschen im Garten, die sich in ihrem Refugium stets zwischen Last und Lust bewegten. Dass der Garten für die menschliche Gesundheit eine bedeutende Rolle spielt, darauf wies Dr. Roger Schmidt von Universität Konstanz hin. Prof. Dr. Georg F. Backhaus, Präsident des Julius-Kühn-Instituts (JKI) für Pflanzenforschung verdeutliche die Funktion des Pflanzenschutzes im Freizeitgarten. Werner Ollig von der Gartenakademie Rheinland-Pfalz stellte das Projekt „Natur sucht Garten" vor und Elisabeth Fleuchaus von der Bayerischen Gartenakademie präsentierte anhand einer Studie, die auf einer umfangreichen Befragung von Freizeitgärtnern basierte, die Bedeutung von Beratungsangeboten vor.

Am zweiten Kongresstag setzten sich die Teilnehmer in Workshops mit den vielfältigen Funktionen des Gartens auseinander. In vier der fünf Workshops unterstützen Mitglieder des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde (BDG) mit Impulsreferaten Diskussion und Thesenfindung. Eine umfangreiche Dokumentation des Kongresses steht online unter www.freizeit-gartenbau.de.

Feiern in Grün – Tag des Gartens 2011

„Wir wollen mit dem Tag des Gartens bekunden, dass Kleingärten unverzichtbar und ein untrennbarer Bestandteil urbaner Gartenkultur sind und bleiben sollen." Mit diesen Worten eröffnete BDG-Präsident Dr. Achim Friedrich am 19. Juni den Tag des Gartens 2011 auf der Bundesgartenschau in Koblenz. „Die Gartenarbeit gehört zu den zehn beliebtesten Freizeitaktivitäten der Deutschen", sagte Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium in seiner Grußadresse. Damit sei der Freizeitgartenbau ein bedeutender Wirtschaftsfaktor geworden und entfalte eine beachtliche Umweltwirkung. Gärten sind darüber hinaus ein bedeutender Faktor für die Erhaltung und Förderung der Biodiversität, gerade in urbanen Gebieten. "Dabei rücken besonders nachhaltige Wirtschaftsweisen im Garten immer mehr in den Vordergrund", so Bleser.

Der „Tag des Gartens", eine Initiative des Bundesverbandes, wurde in diesem Jahr erstmals in Kooperation mit der DGG und weiteren Verbänden und Organisationen des Freizeitgartenbaus veranstaltet. Im „i-Punkt Grün", dem grünen Kompetenzzentrum auf dem Gartenschaugelände, stellten sich Verbände und Vereine vor. Am Stand des BDG überzeugte sich Staatssekretär Bleser vom Engagement der Kleingärtner. Im Gespräch mit Armin Matzke, BDG-Präsidiumsmitglied für Öffentlichkeitsarbeit, betonte Bleser, dass das bürgerschaftliche Engagement der Kleingärtner nicht hoch genug eingeschätzt werden könne.

Doch nicht nur in Koblenz wurde gefeiert: Deutschlandweit machten Gartenfreunde mit dem grünen Feiertag aufmerksam auf die Bedeutung des Kleingartenwesens. Der Tag des Gartens, der 1984 auf Anregung des damals amtierenden BDG-Präsidenten Hans Stephan ins Leben gerufen wurde, soll den Menschen die Bedeutung des Kleingartens für das psychische und physische Wohlbefinden ins Bewusstsein rufen sowie der Öffentlichkeit die Freude am Kleingarten nahe bringen.