Von links stehen Frau Mesek, Frau Noltemeyer, die Herrn Weiß einen symbolischen Spendencheck überreicht, Herr Stübig, der Frau Cunnac das Audioguidesystem erklärt. Frau Cunnac hält dabei das portable Gerät in der Hand, was ähnlich aussieht wie ein Smartphone. Herr Stübig hält dazu den passenden Kopfhörer in der Hand. Im Hintergrund sieht man einen Teil des in der Entstehung befindlichen Lehr- und Versuchsgarten, wo das Wegesystem bereits fertiggestellt, und die ersten Obstbäume angepflanzt sind.Der erste Lehr- und Versuchsgarten unseres Landesverbandes wurde 1953 an der Berliner Straße neben der städtischen Baumschule erstellt. Bis zu diesem Zeitpunkt reiste der Landesfachberater von Verein zu Verein, um die Kleingärtner in gartenfachlichen Dingen zu unterrichten und weiterzubilden. Mit der Einrichtung des Lehrgartens bekam die Fachberaterausbildung eine neue Qualität. An erster Stelle stand damals die Ertragsvermehrung beim Obst- und Gemüseanbau. Die Geschäftsstelle einschließlich Schulungsraum war auf gut 40 m² untergebracht. Mit dem Ausbau der Berliner Straße ging ein Teil der Fläche verloren. 1973 wurde auf dem Restgelände, größtenteils in Eigenarbeit, ein neues Gebäude mit Büros und einem Schulungsraum auf einer Fläche von 200 m² errichtet. Der Lehrgarten wurde Zug um Zug umgestaltet. Der Obst- und Gemüsegarten wurde mit Ziergehölzen, Blumen und Stauden sowie Kräuter ergänzt. Dazu kamen Biotope wie Trockensteinmauer, Teich, Totholzhaufen usw.. Der Garten wurde inzwischen auch von vielen Nichtkleingärtnern besucht. Die Wege im Garten wurden behindertengerecht hergerichtet, sodass auch Rollstuhlfahrer die Möglichkeit hatten, das Gelände zu besuchen.

Ende Oktober 2013 ist die Geschäftsstelle in einen Neubau mit 400 m² zum Schul- und Bürgergarten am Dowesee umgezogen. Seit vorigem Jahr wird daran gearbeitet hier einen neuen Lehrgarten anzulegen. Dabei werden die heutigen Anforderungen an einen Kleingarten und die Bedürfnisse der Mitglieder berücksichtigt. Aber auch die soziale Komponente der Kleingartenbewegung wird hier weiterentwickelt. Waren es an der Berliner Straße rollstuhlgerechte Wege, so geht das Konzept am neuen Standort einen Schritt weiter und soll auch sehbehinderten Menschen die Möglichkeit bieten den Garten zu erkunden und zu genießen.

Die Möglichkeit diese Idee in die Tat umzusetzen hat uns die VEOLIA Stiftung mit einer Spende in Höhe von 10.000 Euro ermöglicht. Mit diesem Betrag soll in Zusammenarbeit mit den Blinden- und Sehbehindertenorganisationen ein Audioguidesystem im Lehrgarten zu installieren und den Garten auch für diesen Personenkreis nutzbar zu machen.
Im Dezember letzten Jahres erhielten wir die Nachricht, dass unser Förderantrag für dieses Projekt positiv beschieden sei. Ein Weihnachtsgeschenk, womit wir nicht im Traum gerechnet hatten. Am 26. Januar besuchten uns Frau Cunnac und Frau Koar von der VEOLIA-Stiftung mit Sitz in Berlin, den Scheck über 10.000 Euro im Gepäck. Mit dabei waren Geschäftsführerin Frau Mesek, unsere Projektpatin, Frau Noltemeyer von der Stadtentwässerung Braunschweig und weitere Mitarbeiterinnen. Wir haben die Gelegenheit genutzt den Damen etwas über das Kleingartenwesen und die Entwicklung in über 200 Jahren zu erzählen. Sie waren überrascht von den vielen Aktivitäten in umweltrelevanten, gärtnerischen, und sozialen Bereichen unserer Organisation.

„Das integrative Konzept hat uns überzeugt", erläuterte Susanne Cunnac. „Darüber hinaus spielt der Schul- und Bürgergarten eine wichtige Rolle für die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren sowie für den Artenschutz in Braunschweig". Unsere Projektpatin Claudia Noltemeyer von der Stadtentwässerung Braunschweig ergänzte „Das Projekt passt gut zu unserem Unternehmen, so dass ich die Patenschaft gern übernommen habe". Die VEOLIA-Stiftung unterstützt seit 2001 gemeinnützige Projekte in den VEOLIA-Vertragsregionen. Bislang wurden 387 Initiativen in den Bereichen Umwelt, Beschäftigung und Solidarität mit mehr als 3 Millionen Euro gefördert. Wir freuen uns, zu diesem Kreis dazuzugehören.