Wenn man heute in die Saatsortimente der Gartenfachgeschäfte und Gartenabteilungen der Baumärkte schaut, ist man erst einmal verwirrt wegen der Vielfalt des Angebots. Salate sind im Laufe der Zeit in der Züchtung so fortgeschritten, dass es nahezu für jeden Geschmack, jede Anzuchtart und Jahreszeit kultivierbare Salate gibt.

Anfangen kann man die Salat-Saison schon ab Mitte März. Zu dieser Zeit werden schon vorgezogene Pflanzen im Handel angeboten. Die Voranzucht für diese Zeit lohnt sich nicht, denn sie dauert ca. 8 Wochen (also ab Februar) und ist ohne beheiztes Gewächshaus und Kunstlicht nicht durchführbar.

Lassen Sie sich nicht von der Sortenvielfalt an Salaten erschlagen.Lassen Sie sich nicht von der Sortenvielfalt an Salaten erschlagen.

Den unkompliziertesten Anbau bieten die Pflück- oder Schnittsalate, die keine zeitraubende Voranzucht erfordern. Sie können direkt an Ort und Stelle ausgesät werden und wenn sie aufgelaufen sind, kann man die beim Verziehen anfallenden Pflanzen auch einzeln weiterkultivieren, denn bei ausreichendem Pflanzabstand (ca. 20 cm) bilden sie lockere Köpfe aus. Am bekanntesten hierfür sind die Sorten "Lollo Rosso" und "Lollo Bionda". Neuere Züchtungen sind "Redlo" und "Bartoli". Möchte man die Kultur verfrühen oder vor Frost schützen kann man bis Anfang Mai ein Frostschutzvlies über die Kultur decken. Bei warmem Wetter, um 20° C, sollte man das Vlies jedoch aufdecken, damit sich die Temperatur unter dem Vlies nicht zu stark erhöht.

Und nun zu den Kopfsalaten. Die heutige Züchtung bietet Mehltau- und Läuseresistente und natürlich schossfeste Salate an. Ihre Vielfalt ist groß: Es gibt nicht nur Kopfsalate wie "Jiska", "Pia" oder "Skyphos'"und verschiedene Eissalate wie "Fortunas" und "Relay", sondern auch Bataviasalat mit lockereren Köpfen wie "Starsky" und "Leny". Eichblattsalate wie "Navara" und "Smile" haben schon etwas dichtere Köpfe. Sehr beliebt sind in den letzten Jahren auch die Salatherzen geworden. Die Köpfe sind kompakt und fest, haben wenig Umblatt und sind sehr knackig. Ihre Festigkeit verhindert auch das Eindringen von Schnecken. Empfehlenswert sind die Sorten "Attico" und "Redza".

Das neueste unter den Salaten ist die Salanova-Züchtung. Dieser Salat hat sehr zarte Blätter, die an einem Punkt zusammenlaufen und deshalb mit einem Schnitt in einzelne Blätter, zubereitungsfertig, zerfallen. Die Sorten "Gaugin" und "Seneca" sind bereits im Handel erhältlich. Es lohnt sich auf jeden Fall, die eine oder andere Sorte im eigenen Garten heranzuziehen.

Kopfsalat kann vorkultiviert werden, doch nach den Eisheiligen Mitte Mai kann man ihn auch im Gartenbeet direkt aussäen und dann verziehen oder auspflanzen. Bei den neuen Sorten lohnt sich die Voranzucht, denn fertig angezogene Pflanzen werden im Handel noch nicht angeboten.

Salat sollte nicht zu warm angezogen werden: Temperaturen von 15-18° C sind ideal. Nach dem Erscheinen der Keimblätter wird pikiert und die Pflanzen sollten dann auch sogleich abgehärtet werden, indem sie so oft es geht im Freien stehen. Wenn Nachtfrostgefahr droht, sollten sie jedoch ins Haus geholt werden. Nach ca. 4-5 Wochen ist der Salat dann so weit entwickelt, dass er an Ort und Stelle gepflanzt werden kann. Viel Spaß und Erfolg beim Kultivieren der neuen Sorten!

 

Claudia Heger