In der heutigen Zeit legen immer mehr Haus- und Kleingärtner großen Wert auf die biologische Bewirtschaftung ihrer Gärten. Für das optimale Wachstum einer Pflanze sind vier Faktoren entscheidend: Boden, Sonne, Luft, und Wasser. Und einer der wichtigsten ist der Boden. Er gibt der Pflanze Halt durch die Wurzeln und versorgt sie mit Wasser und Mineralstoffen (Dünger). Maßgeblich für alle biologischen Vorgänge im Boden ist der Humus, der sich immer in der obersten Schicht befindet. Er besteht aus abgestorbener organischer Substanz, die von den darin lebenden Mikroorganismen zersetzt wird. Diese machen die enthaltenen Nährstoffe für die Pflanze erst verfügbar. Während der Gartensaison wird der Humus „verbraucht“. Eine gute Möglichkeit, die Humusschicht zu verbessern, besteht in der Aussaat von Gründüngern. Jetzt im August, wenn die Beete nach und nach abgeerntet sind, ist es Zeit, Gründüngungspflanzen auszusäen. Der  Bewuchs beschattet den Boden, schützt ihn vor Auswaschung, Verdichtung und Erosion durch Regen und unterdrückt unerwünschte Pflanzen („Unkraut“). Außerdem trocknet der Boden nicht so schnell aus, und das Bodenleben wird aktiviert.

Die Familie der Schmetterlingsblütler ist sehr artenreich und über die ganze Erde verbreitet. Als Luftstickstoffsammler können diese Pflanzen auf mageren Böden wachsen und haben dadurch eine große Bedeutung als Gründüngungspflanzen.Die Familie der Schmetterlingsblütler ist sehr artenreich und über die ganze Erde verbreitet. Als Luftstickstoffsammler können diese Pflanzen auf mageren Böden wachsen und haben dadurch eine große Bedeutung als Gründüngungspflanzen.

Zum Wachsen benötigen Pflanzen in erster Linie Stickstoff. Doch der im Humus vorhandene Stickstoff reicht für viele Pflanzen in einer Saison nicht aus. Dann wird mit mineralischen Düngern, die in erster Linie Stickstoff enthalten, nachgedüngt. Das hat allerdings den Nachteil, dass nicht benötigter Stickstoff vom Regen ausgewaschen wird und in Form von Nitraten ins Grundwasser gelangt. Schmetterlingsblütler wie Perserklee, Luzerne, Inkarnatklee, Futterwicke und Süßlupine haben die Fähigkeit, den Stickstoff aus der Luft in ihren Wurzeln zu binden. Dies geschieht über das Zusammenleben mit den sogenannten „Knöllchenbakterien“, die sich in knolligen Verdickungen der Wurzeln befinden. Die Pflanze schützt die Bakterien vor Fraßfeinden, und im Gegenzug bekommt sie von ihnen Stickstoff. Auch Nutzpflanzen wie Erbse, Linse, Bohne und Erdnuss gehören in diese Familie. Bäume wie Robinie und Goldregen sowie die rankende Glyzinie gehören ebenfalls dazu. Meist werden einjährige Gründüngungspflanzen ausgesät, damit sie mit dem Frost absterben und als Mulch auf den Beeten bis zum nächsten Frühjahr liegenbleiben. Dann kann man sie in den Boden einarbeiten.

Andere Gründüngungspflanzen reichern den Boden auch mit organischer Substanz an, nur nicht in dem Maß wie die Schmetterlingsblütler. Ein altbewährter Klassiker ist Senf, der jedoch die Gefahr der Verbreitung der Kohlhernie mit sich bringt, denn er gehört wie der Kohl zu den Kreuzblütlern. Bei Auftreten der Krankheit sollte man auf andere Gründüngungspflanzen ausweichen. In den letzten Jahren ist auch der Bienenfreund (Phacelia) in Mode gekommen. Er entwickelt sich relativ schnell, sieht sehr hübsch aus wenn er blüht, und, wie sein Name verrät, ist er eine gute Nahrungspflanze für Hummeln und Bienen. Er ist nicht winterhart, sät sich allerdings häufig selbst aus und ist dann fast überall im Garten zu finden.

 

Claudia Heger