Obwohl die Tage länger werden und die Vögel im Morgengrauen anfangen zu zwitschern ist immer noch kein Ende des Winters abzusehen. Jetzt droht im Freiland auch noch Kahlfrost, denn die schützende Schneeschicht fehlt. Geht man durch die Gartenabteilungen der Baumärkte, so bekommt man den Eindruck, dass der Frühling nicht mehr lange auf sich warten lässt. Doch sollte man sich nicht verführen lassen, Primeln, Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht und Tausendschönchen ins Freiland zu pflanzen. Dafür ist der Boden noch viel zu kalt oder sogar gefroren. Außerdem sind die Pflanzen noch nicht abgehärtet genug gegen den immer noch herrschenden, starken Nachtfrost. Die Pflanzen sollten in einen Balkonkasten oder Kübel gepflanzt und über Nacht in einen frostfreien Raum gebracht werden. Eine Unterbringung im kühlen Wintergarten ist auch möglich. Für die warme Heizungsluft sind diese Pflanzen genauso wenig geeignet, denn in der Wärme verblühen sie entweder sehr schnell, oder sie welken gleich, weil sie den Übergang vom kühlen Anzuchtklima in unsere warmen und trockenen Wohnzimmer nicht verkraften.

Das Hornveilchen ist die kleine und wilde Verwandte des Stiefmütterchens. Seine Blüten sind kleiner, erscheinen dafür aber in Massen und die Farbenvielfalt ist genauso groß wie beim Stiefmütterchen.Das Hornveilchen ist die kleine und wilde Verwandte des Stiefmütterchens. Seine Blüten sind kleiner, erscheinen dafür aber in Massen und die Farbenvielfalt ist genauso groß wie beim Stiefmütterchen.

Wer lange Freude an den Pflanzen haben möchte, stellt sie am besten in einen kühleren Raum, mit höchstens 18°C, an ein helles Fenster, jedoch nicht der direkten Sonne ausgesetzt. Dort können sie sich langsam an die Wärme gewöhnen. Wenn sie dann noch regelmäßig gedüngt werden, kann man sich über eine lange Blüte freuen. Nach einiger Zeit kann man sie auch ins Warme stellen, nur werden dann die Blüten schneller verblühen. Für das Freiland sind diese Pflanzen jedoch nicht geeignet, sie würden in der ersten Frostnacht erfrieren. Primeln kann man zwar später, wenn sie verblüht sind in den Garten pflanzen, doch meistens überstehen sie den nächsten Winter nicht.

Ähnlich ist es bei den Stiefmütterchen. Die jetzt angebotenen Pflanzen sind im Schutz eines kalten Gewächshauses angezogen worden, sonst würden sie jetzt noch nicht in Blüte stehen. Setzt man sie den derzeit herrschenden starken Nachtfrösten aus, werden auch sie erfrieren. Wer jedoch etwas Frühling auf Balkon und Terrasse haben möchte, kann sie in Balkonkästen oder Kübel pflanzen und in die Nähe einer schützenden Hauswand stellen. Wenn dann während der Nacht noch ein Frostschutzvlies darüber gedeckt wird, sind diese Pflanzen auch schon im Freiland zu halten. Es lohnt sich immer, ein Auge auf das Thermometer und die Wettervorhersage zu haben, denn bei Temperaturen über 0°C ist kein Schutz nötig. Unter einem schützenden Dach sollte jedoch regelmäßig gegossen werden. Stiefmütterchen, Tausendschönchen und Vergissmeinnicht sind zweijährige Pflanzen, die nur noch in dieser Saison blühen. Ein Auspflanzen nach der Blüte lohnt sich nicht.

Auch vorgetriebene Zwiebelpflanzen, wie z.B. Narzissen, Tulpen, Krokusse und Traubenhyazinthen sollten noch nicht im Freien übernachten. Für sie gilt dasselbe wie für Primeln und Stiefmütterchen. Doch kann man diese Pflanzen, wenn sie verblüht sind, in den Garten pflanzen, und im nächsten Jahr werden sie zu gegebener Zeit auch im Freiland blühen.


Claudia Heger