hannes 2Hallo Kinder, ich, Hannes, kenne mich in der Natur sehr gut aus. Schließlich komme ich beim Tunnelbau viel herum. Auch bei meiner Arbeit im Lehrgarten des Landesverbandes lerne ich vieles von den Zweibeinern, dass macht richtig Spaß.

Mich freut es besonders wenn die Kinder mit großen Augen den Garten betrachten. Dann schaue ich gerne ihnen über die Schultern und beantworte dabei ihre vielen Fragen. Einige davon möchte ich an dieser Stelle veröffentlichen.

Hierfür bedanke ich mich auch bei den Leuten in der Geschäftsstelle des Landesverbandes sowie Sylvia Koppermann, die mir beim Schreiben und Veröffentlichen behilflich sind. Denn auch wenn ich gut buddeln kann und mein Wissen sehr gern teile, so kann ich aufgrund meiner schaufelartig geformten Händen nicht gut schreiben.

Wenn auch Ihr Fragen über Garten oder der Natur habt, dann könnt Ihr mir diese an folgende Email-Adresse schreiben: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Wenn Ihr auf die nachfolgenden Fragen klickt, öffnet sich wie von Zauberhand meine Antwort dazu.

 

Stimmt es, dass rohe Bohnen giftig sind?

Cindy (11 Jahre): „Stimmt es, dass rohe Bohnen giftig sind?“

Grüne Buschbohnen liegen übereinander auf einem weißen TischGrüne Buschbohnen (Foto: Michael Franke / pixelio.de)Liebe Cindy,

rohe Bohnen sind tatsächlich giftig, denn sie enthalten einen Stoff, der sich Phasin nennt. Dieser bewirkt, dass die roten Blutkörperchen verklumpen, was zum Tod führen kann. Dafür reichen nur wenige roh verzehrte Bohnen.

Durch das Erhitzen, neutralisiert sich das Phasin allerdings. Bohnen sollten daher immer mindestens 10-15 min unter starker Hitze gegart werden, bevor sie bedenkenlos gegessen werden können.

Kommt die Taybeere aus Thailand?

Luke (6 Jahre): „Kommt die Taybeere aus Thailand?“

Lieber Luke,

es ist durchaus möglich, dass es auch in Thailand Taybeeren gibt, aber ihre Herkunft haben sie in Schottland.

1962 wurden die ersten Pflanzen der Taybeere auf den Markt gebracht. Gezüchtet wurden sie aus Himbeere und Brombeere, nahe dem schottischen Fluss Tay, der zum Namensgeber dieser Pflanze wurde.

Gibt es auch essbare Blüten?

Joana (9 Jahre) fragt: „Gibt es auch essbare Blüten?“

Die Kapuzinerkresse hat rote Blüten und ist in der Mitte gelb. Die grünen Blätter haben eine ründliche Form.Eine KapuzinerkresseLiebe Joana,

es gibt auch essbare Blüten. Viel mehr sogar, als man meist denkt.

Natürlich solltest Du nicht alle Blüten probieren, aber einige Sorten können wir Dir empfehlen, weil sie als Beilagen auf Kuchen oder auch in Salaten, besonders schmackhaft sind.

Einige Beispiele für essbare Blüten sind Kapuzinerkresse, Veilchen, Gänseblümchen, Rosen, Holunderblüten, Huflattich, Löwenzahn, Knoblauchrauke, Ringelblume, so wie viele andere Blüten.

Aber bitte frage einen Elternteil, bevor Du eine dieser Blüten probierst, um Verwechslungen mit anderen, ungenießbaren oder gar giftigen Blüten, zu vermeiden. Niemals ohne Erlaubnis Deiner Eltern Blumen naschen!

Wie gefährlich sind Hornissen?

Finn (10 Jahre) fragt: „Wie gefährlich sind Hornissen?“

Eine Hornisse hat eine bräunliche Färbung. Diese klettert auf dem Foto einen abgestorbenen Baumstamm hoch.Eine HornisseLieber Finn,

Hornissen sind zwar größer als Wespen und Bienen, ihr Stich ist aber normalerweise nicht wesentlich schmerzhafter oder gefährlicher, als deren Stiche. Ausgenommen natürlich, wenn man auf das Gift allergisch reagiert oder an Körperstellen, wie zum Beispiel im Mund, gestochen wird, wo die Schwellung die Atmung abschnürt.

Es gibt viele Geschichten, die Hornissen als besonders aggressiv und angriffslustig beschreiben. Es heißt sogar, dass sieben Stiche einer Hornisse ein Pferd töten würden, drei Stiche einen Menschen. Aber das stimmt nicht, wenn man nicht allergisch ist.

Hornissen sind auch weniger aggressiv, als zum Beispiel Wespen. Außer, man nähert sich ihrem Nest und wird von den Hornissen als Gefahr angesehen.

Hornissen haben kein Verlangen nach Kuchen oder Obst. Nur im Herbst, wenn ihre Hauptnahrungsquellen – Insekten und Larven für die Jungtiere, Baumsäfte für die erwachsenen Hornissen - langsam versiegen, kann man sie hin und wieder beobachten, wie sie an Fallobst nagen.

Kuchen oder Grillfleisch, machen sie dem Menschen jedoch nicht streitig.

Hornissen stehen übrigens unter Naturschutz, da ihre Population zum Ende des letzten Jahrhunderts immer weiter abnahm und die Gefahr bestand, dass Hornissen aussterben.

Haben Hummeln auch eine Königin?

Mira (5 Jahre) fragt: „Haben Hummeln auch eine Königin?“

Eine Hummel sitzt auf einer violettfarbigen Pflanze und befruchtet diese. Die Hummel hat ein schwarz-gelbes Fell und hat im unteren Teil ein weißes Ende.Eine Hummel bei der ArbeitLiebe Mira,

ja, Hummeln haben auch eine Königin.

Hummeln gehören mit zur großen Familie der staatenbildenden Insekten. Sie sind bei Kälte nicht ganz so empfindlich, wie zum Beispiel die Honigbiene, weshalb man im Frühjahr eher Hummeln, als Bienen sieht. Allerdings sammeln Hummeln keinen Honig. Dennoch sind sie sehr wichtig bei der Befruchtung der Blüten. Vor allem bei allen Pflanzen, die sehr früh im Jahr blühen, wenn es für Bienen noch zu kalt ist.

Übrigens: nicht alle Bienenarten haben Königinnen. Es gibt auch so genannte Solitärbienen. Bei diesen Arten legt die Biene ihre Eier, zusammen mit Nahrung aus Pollen, in angelegte Bruthöhlen, die dann mit einer zementartigen Schicht verschlossen werden. Sobald die geschlüpften Larven sich zur erwachsenen Biene entwickelt haben, durchbrechen sie den Verschluss der Bruthöhle und fliegen hinaus in die Welt.

Wie langt gibt es in Deutschland schon Kartoffeln?

Arne (6 Jahre) fragt: „Wie lange gibt es in Deutschland schon Kartoffeln?“

In einer Kiste liegen mehrere geerntete Kartoffeln. Die Kartoffeln sind braungold-farbig und weisen eine unterschiedliche Größe auf.Gerntete Kartoffeln der Sorte "Gloria"Lieber Arne,

die Kartoffel stammt ursprünglich aus Südamerika und wurde von Expeditionsreisen mitgebracht. Meist nimmt man an, dass König Friedrich II, um das Jahr 1745 eingeführt hat. Das stimmt allerdings nicht wirklich. König Friedrich II hat lediglich dafür gesorgt, dass die Kartoffel bekannter wurde, denn vor allem ärmeren Menschen sollte sie als Nahrungsmittel dienen.

Es gibt Überlieferungen, nach denen bereits um 1647 von Bauern des Ortes Pilgramsreuth, in der Nähe der Stadt Hof, Kartoffeln auf Äckern angebaut worden sein sollen. Es ist also davon auszugehen, dass die Kartoffel irgendwann, Anfang des 17. Jahrhunderts, auch nach Deutschland kam, nur eben noch nicht so bekannt wurde, weil die Menschen diesem noch fremden Nahrungsmittel skeptisch gegenüber standen.

Wieso heißen Gänseblümchen eigentlich Gänseblümchen?

Fenya (7 Jahre) fragt: „Wieso heißen Gänseblümchen eigentlich Gänseblümchen?“

Nahaufnahme von 9 Gänseblümchen auf einer grünen Wiese. Mit ihrer jeweils gelben Blütenmitte und den weißen Blättern stehen sie in ihrer vollen Pracht.Mehrere Gänseblümchen in ihrer vollen Pracht (Foto: Petra Dirscherl / pixelio.de)Liebe Fenya,

so wirklich kann heute niemand mehr sagen, woher Gänseblümchen ihren Namen haben. Es gibt verschiedene Theorien.

Einige Menschen glauben, der Name entstand im Mittelalter. Die vielen weißen Blümchen erinnerten an kleine Gänse, die auf der Wiese standen.

Andere Menschen wiederum glauben, dass die Bezeichnung schon zu Zeiten der Kelten geläufig war. Sie sollen in der Sonne symbolisch die Gänsemagd gesehen haben, in den Blumen die Gänse.

Genau lässt sich heute also nicht mehr nachvollziehen, woher der Name Gänseblümchen stammt.

Wie gelangt das Wasser in den Bäumen bis in die Spitze?

Romy (8 Jahre) fragt: „Wie gelangt das Wasser in den Bäumen bis in die Spitze?“

Ein großer Birnenbaum steht auf einer grünen Rasenfläche und trägt viele Birnen.Ein Birnenbaum (Foto: Karl Strebl / pixelio.de)Liebe Romy,

Bäume benötigen vor allem in den warmen Monaten sehr viel Wasser, um nicht zu vertrocknen.
Wir wissen, dass sie Wasser über die Wurzeln aufnehmen. Dieses muss nun den Baum hinauf, über alle Äste und Zweige, bis in die Blätter und Früchte transportiert werden.

Jedes Blatt ist durch eine Schicht geschützt, die wie Wachs anmutet. Nur dort, wo feine Spalten diese Schicht unterbrechen, kann Wasser aus dem Blatt, im Sonnenlicht verdunsten.

Nun beginnt eine Art Kettenreaktion. Durch das verdunstende Wasser in den Blattspalten, bildet sich ein Sog. Dieser Sog überträgt sich auf die anderen Blattzellen, die Zweige, die Äste, den Stamm hinab, bis zu den Wurzeln.

Man kann also sagen, dass das Wasser im Baum, von den Blättern, aus den Wurzeln angesaugt wird.

Warum sind Blätter fast immer grün?

Leon (11 Jahre) fragt: „Warum sind Blätter fast immer grün?“

Durch das dichte grüne Blattwerk scheint die Sonne hndurchDurch das dichte grüne Blattwerk scheint die Sonne hindurch (Foto: Rosel Eckstein  / pixelio.de)Lieber Leon,

dass die Blätter meist grün sind, liegt am Chlorophyll, dem Blattgrün.

Dieses Chlorophyll benötigen Pflanzen, um Energie aus dem Sonnenlicht zu ziehen, das sie, zusammen mit Wasser und Kohlendioxid, in Nährstoffe, wie Glukose, umwandeln.
Dabei reflektiert das Chlorophyll die grünen Anteile des Sonnenlichts, während es andere Farbanteile absorbiert.
Die Glukose wiederum, wird von der Pflanze benötigt, um andere Speicherstoffe zu bilden. Dazu gehört auch Stärke und Zucker.
Diesen sehr komplexen Vorgang nennt man Photosynthese und beschreibt im Grunde den Stoffwechsel, den die Pflanze zum überleben braucht.

Es gibt auch Pflanzen mit roten Blättern. Hier ist der Anteil an Chlorophyll niedriger, als der rote Farbstoff Anthocyan.

Warum wird im Herbst das Laub auf den Bäumen so bunt?

Stefanie (6 Jahre) fragt: „Warum wird im Herbst das Laub auf den Bäumen so bunt?"

Buntes Herbstlaub schimmert grün-rot-goldlich in der Sonne„Das hängt mit dem kommenden Winter zusammen. Wir hier in Deutschland haben sehr kalte Winter mit Schnee und Eis und dann können die Bäume ihr Laub nicht behalten, es würde erfrieren. Da ein Baum aber so viel wie möglich von seinen Blättern behalten will, fängt er nach den ersten frostigen Nächten im Herbst an, den grünen Farbstoff aus seinen Blättern herauszuziehen und im Stamm und in den Wurzeln einzulagern, so wie wir Wintervorräte anlegen. Danach zieht er den roten Farbstoff heraus und lagert ihn ein bis nur noch der gelbe übrig bleibt. Alle diese Farbstoffe sind schon im Frühling da, werden aber von der grünen Farbe überdeckt. Am Ende fallen die gelben Blätter herunter. Sie bilden aber nach der Zersetzung durch Pilze und Bakterien noch einen wichtigen Dünger für den Baum im nächsten Jahr und sollten deshalb unter ihm liegen bleiben."

 

Auf dem Bild kann man sehr schön sehen, dass zuerst die grüne und dann die rote Farbe aus dem Blatt verschwindet. Übrig bleibt die gelbe Farbe und die fällt mit dem Laub herunter vom Baum. Im Laufe des Herbstes vertrocknet das Blatt und wird braun.

Warum heißt der Regenwurm eigentlich Regenwurm?

Das rosa Würmchen, Sara Wurm, beantwortet die Frage.Markus (5 Jahre) fragt: „Warum heißt der Regenwurm eigentlich Regenwurm?“

 

„Das hängt schon mit dem Regen zusammen, doch ist die Erklärung nicht ganz so einfach. Der Regenwurm lebt unterirdisch und eigentlich sieht man ihn am Tag nicht, denn er verträgt keine direkte Sonne. Seine Haut ist sehr empfindlich und trocknet schnell aus. Deshalb hält er sich tagsüber in der feuchten, dunklen Erde in seinen selbst gegrabenen Gängen auf. Diese Gänge enthalten Luft, denn der Regenwurm braucht sie zum Atmen. Wenn es jetzt anfängt zu regnen, läuft das Wasser in diese Gänge und wenn es viel regnet, dann sind sie irgendwann mit Wasser so voll, dass der Regenwurm zum „Luft Schnappen“ an die Oberfläche muss. Und weil das bei starkem Regen geschieht und man ihn dann an der Oberfläche sehen kann, heißt der Regenwurm eben Regenwurm.“

Wie groß werden Sommenblumen?

Eine Sonnenblume mit ihrem gelben Blütenkranz und den braunen Kernen.Hallo Hannes, wie groß werden eigentlich Sonnenblumen? (Andreas, 9 Jahre)

Hannes antwortet: Sonnenblumen können ganz schön grooooß werden. So groß, dass ich die Blüten kaum noch sehen kann. Die höchste Sonnenblume soll 7,76 Meter hoch gewesen sein. Sie hat im Jahr 1986 in einem Garten in Holland geblüht. Das steht im Guinness-Buch der Rekorde. Eine Sonnenblume kann nur so groß werden, wenn sie genügend Dünger bekommt, denn wer nichts isst, kann auch nicht wachsen und so groß werden.

Sind Erdbeeren Beeren?

Liebes Expertenteam, ich habe gehört, dass Erdbeeren gar keine Beeren sind, stimmt das? (Tina, 7 Jahre)


Igelli antwortet: Ja, Tina das ist richtig, denn echte Beeren haben ihre Samen immer in der Frucht versteckt und wenn Du die Erdbeere genau anschaust, siehst Du auf ihrer Oberfläche so kleine Samen. Die gehen beim Essen immer ganz schön zwischen die Zähne. Diese Samen sind ganz, ganz kleine Nüsse und deshalb wird die Erdbeere von den schlauen Wissenschaftlern in der Botanik "Sammelnussfrucht" genannt. Übrigens, Johannisbeeren und Stachelbeeren, sind echte Beeren, denn die Samen sind in der Frucht versteckt.