Gartengeschichten

Hannes, Sarah und Igelli erleben im Lehrgarten viele interessante und spannende Abenteuer. Mit Hilfe von ihrer Freundin Sylvia möchten die drei ihre Geschichten allen Kindern über die Webseite daran teilnehmen lassen.

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Buntes Herbstlaub auf einer Wiese, und mittendrin schaut uns ein Igel anSara staunte, als sie an diesem sonnigen Herbstmorgen in den Schulgarten kam und Hannes sah, der sich gerade damit abmühte, eine größere Holzkiste zu einem der leeren Gitter zu tragen, die sonst für die Gewinnung von Kompost verwendet wurden.
Als sie näher kam, hatte Hannes die Kiste bereits ungefähr in die Mitte der Gitterumrandung gestellt und sie sah, dass es eine Art Eingangsloch, in der Seite der Kiste, gab.

„Hallo Hannes, was machst du da?“ fragte Sara neugierig.
Langsam drehte sich der Maulwurf um, blinzelte gegen die Sonne, da er Sara zuerst nicht sehen konnte und deutete dann mit dem Daumen hinter sich.
„Meinst du die Kiste dort, inmitten des Kompostgitters?“
Sara nickte eifrig und Hannes lächelte.

„Das wird ein Winterquartier für Igelli!“ sagte der Maulwurf stolz und Sara öffnete erstaunt den Mund.
„Ein Winterquartier für unseren Freund, den Igel? Aber warum braucht er denn ein Winterquartier?“
„Nun, Igel brauchen für den Winter ein trockenes Plätzchen, wo sie vor dem Frost geschützt sind, sonst erfrieren sie, wenn sie Winterschlaf halten.“ und dann erzählte Hannes Sara alles, was er vom Winterschlaf der Igel wusste.
Wie sie im Herbst nun auch tagsüber immer wieder auf Futtersuche gingen, solange die Temperaturen nicht dauerhaft unter 5°C fielen, dass sie sich also Fettreserven anfuttern mussten, um während des Winterschlafs nicht zu verhungern und dass viele Igel, in der heutigen Zeit, immer größere Probleme hätten, geeignete Winterquartiere zu finden.

„Sie müssen dann nehmen, was sich bietet, ob das nun wirklich geeignet ist, um sie vor Frost zu schützen oder nicht. Und dann kann es passieren, dass sie erfrieren.“ traurig senkte der Maulwurf den Blick.
Erschrocken fuhr Sara zusammen.
Igelli oder einer seiner Artgenossen könnte erfrieren?
Diese Vorstellung war grauenhaft!
Sie selbst zog sich im Winter tiefer in die Erde zurück und wurde es zu kalt, dann rollte sie sich zusammen und schlief eben, bis wieder ein paar wärmer Tage kamen.
Von Maulwürfen wusste sie, dass sie sich eine gut gefüllte Vorratskammer, neben ihrer Schlafkammer, tief unter der Erde anlegten, um bei Frost nicht an die Erdoberfläche kommen zu müssen und dass sie den Winter dazu nutzten, ihre Höhlensysteme weiter auszubauen.
Aber wie Igel überwintern, darüber hatte sie sich noch nie Gedanken gemacht. Erst recht nicht darüber, dass Igel es vielleicht schwer haben könnten, geeignete Quartiere zu finden.
Sie verstand das nicht, wo doch so viel Platz in den Gärten war.
So fragte sie Hannes und der seufzte tief.

„Weißt du, die Menschen lieben ihre Gärten umso mehr, wenn die zu jeder Jahreszeit tiptop sauber und gepflegt aussehen. Alles, was verwelkt, wird umgehend entsorgt. Das sieht schön aus, aber Igel, zum Beispiel, brauchen einen Platz, an den sie sich zurückziehen können. Sie suchen sich einen möglichst trockenen Ort, oft unter Holzstapeln oder Haufen aus Zweigen. In dichten Büschen oder sogar unter dem Komposthaufen. Ihr Quartier polstern sie sich dick aus, mit den trockenen Blättern, die im Herbst von den Bäumen fallen, dünnen Zweigen und darin kuscheln sie sich dann weich und warm genug ein, damit sie keinen Frost abbekommen. Finden sie nirgends ein solches Plätzchen und können es nicht weich und warm auspolstern, dann ist die Gefahr sehr groß, dass sie erfrieren. Aber viele Menschen denken nicht an die Igel, die doch auch so wichtig in den Gärten sind. Sie fressen schließlich im Sommer auch Unmengen an Schnecken, die sich sonst am Gemüse laben. Manche Menschen beklagen sich sogar, wenn die Igel kaum noch in den Gärten anzutreffen sind, kommen aber gar nicht darauf, dass sie ihren Garten für einen Igel auch im Winter attraktiv machen müssten. Dabei würde eine kleine Ecke reichen, in der welke Pflanzenteile, Laub und Zweige bis zum Frühjahr liegen bleiben dürfen. Und nicht jeder trockene Hohlraum muss verschlossen werden, wenn man möchte, dass ein Igel über Winter bleibt.“

Sara verstand und ihr tat Igelli furchtbar leid, obwohl sie ja wusste, wie Hannes dafür sorgte, dass der Igel es im Winter geschützt haben würde.
So kroch sie um das Gitter, nickte wissend, als sie die bodennahe Öffnung im Gitter sah, die den Zugang zur Kiste erleichtern würde und beobachtete, wie Hannes den Zugang der Kiste nun näher an die Öffnung im Gitter schob. Dann stellte er ein paar dickere Äste, zwischen den Öffnungen der Kiste und der des Gitters schräg gegeneinander, so dass es aussah, als bildeten sie einen Flur, der in die Holzkiste führte und der breit und hoch genug für einen erwachsenen Igel war.
Zum Schluss schnappte sich Hannes die Schubkarre, fuhr damit zu den Laubhaufen, die einer der Gärtner auf dem Rasen zusammen geharkt hatte, lud die Blätter auf, brachte sie zu Igellis Quartier und schüttete sie über die Kiste und den Flur.
So lange und oft zog Hannes los, schaffte Schubkarrenfüllung um Schubkarrenfüllung heran, bis man nicht einmal mehr erahnte, dass unter dem großen Berg Laub, ein Schlafplatz für Igel versteckt war.
Zum Schluss häufte er neben dem Gitter noch einige handvoll Blätter und kleine Zweige an, die Igelli dann zum Polstern seines Schlafplatzes verwenden könnte.
Stolz betrachtete der Maulwurf schließlich sein Werk und Sara lobte ihn, denn Hannes hatte wirklich ein wunderschönes und zweckmäßiges Winterquartier für Igelli angelegt.

Über eine Vertiefung steht ein brauner Keramiktopf. In der Spalte dazwischen hat sich ein junger Igel eigenistet.Als hätte der stachelige Freund gewusst, dass hier etwas auf ihn wartete, kam er auch gerade zufällig vorbei.
Er kaute noch, schnupperte aber bereits, ob er noch etwas zu fressen finden würde, als seine suchende Nase gegen Hannes Bein stieß.
Er erschrak sich, wich kurz zurück, sah dann zu seinem Freund dem Maulwurf auf und musste lachen.
„Entschuldige, Hannes, ich war so damit beschäftigt mir Futter zu suchen, dass ich dich gar nicht gesehen habe.“
Auch Hannes und Sara kicherten, dann zeigte der Maulwurf dem Igel, was er gerade für ihn aufgebaut hatte.
Gerührt betrachtete Igelli den Laubhaufen im Gitter, schnupperte am Eingang, kroch schließlich hinein, sah sich in der Holzkiste um und hatte, als er wieder heraus kam, Tränen der Rührung in den Augen.
„Das hast du nur für mich gemacht? Oh, Hannes, ich danke dir von ganzem Herzen!“ er richtete sich auf und umarmte den Maulwurf liebevoll.
Sara legte den Kopf etwas schräg.

„Weißt du, Igelli, ich habe jetzt auch verstanden, warum du im Herbst immer etwas pummeliger wirst und dass du nun viel mehr fressen musst, um Fettreserven für deinen Winterschlaf anzulegen.“ Sie war sehr stolz, etwas Neues dazu gelernt zu haben.
Kichernd griff sich Igelli in den Nacken. „Ja, ich glaube, ich bin auf einem guten Weg, im Winter nicht zu verhungern. Zumindest gibt es keine Anzeichen für eine Delle hinter meinem Kopf.“
Nun schauten sich Hannes und Sara verwundert an. Was meinte Igelli denn damit?
Der Igel verstand, dass seine Freunde nicht wussten, wovon er sprach und begann zu erklären, dass Igel, die unterernährt sind, eine Delle im Nacken haben, die man Hungerlinie nennt. Daran erkennt man, dass ein Igel auf gar keinen Fall genug Fettreserven hat.

„Es kann vorkommen,“ erzählte Igelli dann weiter „dass junge Igel, die erst später im Jahr geboren werden oder auch ältere Tiere, die zu wenig Futter finden, nicht genug Fettreserven anlegen können. Sie schaffen kaum so zu überleben und erst Recht würden sie so abgemagert auch nicht durch den Winter kommen. Sie sind dann auch so schwach, dass sie sich nicht einmal mehr richtig zusammenrollen können, wenn sie Gefahr fürchten.“
Sara schluckte schwer. „Aber was kann man dann tun, um ihnen zu helfen? Man kann sie doch nicht einfach dem Schicksal überlassen!“ nun hatte Sara Tränen in den Augen. Allerdings aus Bestürzung.
Hannes strich ihr beruhigend über den Kopf.

„Keine Sorge, Sara. Wenn die Menschen aufmerksam sind und einen solchen Igel im Herbst, wenn es kalt wird finden, dann können sie ihn vorsichtig aufnehmen, in einen Karton setzen und entweder zu einer Igelauffangstation, einem Tierarzt oder zum Tierschutz bringen. Dort wird man den Igel untersuchen, ob er eine Chance hat, ohne Hilfe durch den Winter zu kommen und wenn nicht, dann bietet man ihm, bei Menschen, die sehr viele Erfahrungen damit haben, Futter und einen Schlafplatz für den Winter an.“
Das beruhigte Sara nun tatsächlich und während Igelli noch immer völlig verzückt sein Winterquartier bestaunte, nahm sie sich fest vor, zukünftig, wenn es im Herbst immer kälter wurde, die Augen offen zu halten.
Sie würde sofort helfen, falls sie einen Igel entdeckte, der Unterstützung dringend benötigte und nicht wegsehen und so tun, als ginge es sie nichts an, ob ein Igel gut durch den Winter kommt.


Text: Sylvia Koppermann
Foto "Igel im Herbstlaub": Karl-Heinz Schack / pixelio.de
Foto "Igel im Unterschlupf": Mensi / pixelio.de

Ein KartoffelturmSara saß zwischen den Beetreihen und seufzte. Sie war etwas enttäuscht und ließ traurig den Kopf hängen.

Hannes stellte die Harke ab und schaute sie verwundert an.

„Bist Du nicht stolz, wie viel wir heute geschafft haben? So viel Gemüse haben wir gesät, gepflanzt und in den anderen Beetreihen Unkraut gejätet. Alles sieht wieder tiptop aus. Warum also schaust Du so traurig?“

Nun wurde auch Igelli aufmerksam und kam näher. Wenn einer seiner Freunde traurig war, verspürte er immer so ein großes Bedürfnis, sie zu trösten.

Wo gehören nur die Schilder hin?

Eigentlich war Hannes furchtbar müde und hatte vor, noch mindestens bis Mittag zu schlafen. Kein Wunder, hatte er doch die halbe Nacht gegraben, um neue Gänge für die Vorratskammer anzulegen. Als er im Morgengrauen in seine Schlafhöhle kroch und sich auf das kuschelige Lager aus Blättern rollte, schaffte er es kaum noch herzhaft zu gähnen, so schnell schlief er ein.

Karotten vor der Ernte

Hannes war empört. Zum zweiten Mal, innerhalb weniger Tage, hatte sich ein Dieb am Gemüse vergriffen. Nicht nur einfach gestohlen hatte er Karotten, Rüben und Kohlrabi, nein, er hatte das Gemüse bis auf die Blätter aufgegessen, um dann Stiele und Blätter tief im Boden steckend zurück zu lassen. So dreiste Diebstähle, hatte Hannes noch nie erlebt.