Juni

Zweijährige Sommerblumen

Der für uns Haus- und Kleingärtner anstrengendste Monat mit der meisten Arbeit ist jetzt vorüber. Es kehrt Ruhe in den Garten ein und man kann das schöne Wetter im Liegestuhl an einem schattigen Plätzchen genießen. Doch auch jetzt gibt es für weitsichtige Gärtnerinnen und Gärtner schon etwas vorzubereiten: Die Aussaat von zweijährigen Sommerblumen für die nächste Saison.

Im Gegensatz zu den einjährig wachsendenden Blumen, die von März bis Mai direkt ins Freiland gesät werden und noch im gleichen Jahr zur Blüte kommen, gibt es eine ganze Reihe von Pflanzen, deren Wachstumszeit sich über zwei Vegetationsperioden erstreckt. Sie werden jetzt ausgesät und überwintern als ausgewachsene Pflanze, um dann im späten Frühjahr zu blühen. Einmal sind diese Pflanzen im nächsten Jahr gegenüber den einjährigen Sommerblumen viel früher mit ihrer Blüte. Die zweijährigen Sommerblumen schließen die Lücke zwischen den Zwiebel- und Knollenpflanzen im Frühling und den „Einjährigen", die dann frühestens ab Juni zur Blüte kommen. Außerdem können wir uns jetzt in Ruhe um die Kultur kümmern, denn die hektische Zeit ist vorbei.

Schmetterlinge im Garten

Im letzten Jahr ist es vielen Haus- und Kleingärtnern aufgefallen, dass es durch den warmen Sommer vor Distelfaltern an Schmetterlingsflieder, Oregano und Lavendel nur so wimmelte. Wenn man in der Mittagszeit durch den Garten ging und an diesen Pflanzen vorbeikam, stoben ganze Wolken dieser Tiere auf. In diesem Jahr lassen die Falter durch die zu kalte Witterung noch auf sich warten. Doch sie werden kommen. Der Distelfalter ist ein sogenannter Wanderfalter, d.h. er überwintert nicht in unseren Breiten, sondern in Nordafrika. Von dort kommt er ab März ins Mittelmeergebiet, wo er sich das erste Mal fortpflanzt. Die Nachkommen ziehen dann im Mai und Juni nach Mitteleuropa (sie müssen dafür oft über 1000 Kilometer weit fliegen!). Der Falter ernährt sich nur von Nektar, und man findet ihn deshalb an nektarreichen Pflanzen. Doch jeder Schmetterling beginnt sein Leben als Raupe, und diese benötigt als Futter Pflanzen, die sich von den Nektarpflanzen erheblich unterscheiden. Oft sind Schmetterlingsraupen auf ganz bestimmte Pflanzen spezialisiert. Das beste Beispiel ist das heimische Tagpfauenauge. Die Raupe dieser Art ernährt sich ausschließlich von der Großen Brennnessel, einer uns allen wohlbekannten Pflanze. Sie ist in der Natur weit verbreitet und kommt auch in unseren Gärten häufig vor. Auf diesem „Allroundtalent" leben allein schon 22 verschiedene Schmetterlingsarten. Die bekanntesten davon sind Admiral, Distelfalter, Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs. Die zwei letztgenannten überwintern als Falter in unseren Breiten. Oft verirren sie sich im Spätsommer in Haus oder Wohnung auf der Suche nach einem Winterquartier. Doch leider sind unsere Wohnungen dafür zu warm und trocken – ein Fuchsbau, eine Höhle oder ein feuchtes Kellergewölbe sind dazu besser geeignet. Deshalb sollte man verirrte Falter wieder nach draußen bringen.

Edelrosen

Obwohl Edelrosen anspruchsvoll in der Pflege sind, belohnen sie uns doch immer wieder mit ihrem schönen Aussehen und dem oft herrlichen Duft.

Um eine nachhaltige Rosenblüte zu gewährleisten, sollten die abgeblühten Blüten immer gleich entfernt werden. Bei einer gefüllten Blüte ist das der Fall, wenn die Staubgefäße in der Mitte zu sehen sind. Jetzt bricht man die Blüte kurz unter dem Kelch mit der Hand aus damit man später die abgefallenen Blütenblätter nicht mühsam aufsammeln muss. Ist die letzte Knospe verblüht, wird der gesamte Stiel mit einer scharfen Rosenschere eingekürzt, um die Bildung von neuen Knospen anzuregen. Hagebutten (die Früchte der Rosen) sollten nie stehen gelassen werden, denn die Pflanze stellt dann die Blüte ein. Rosen blühen nur an jungen Trieben. Der Schnitt sollte von der Blüte aus gesehen ca. 5 mm oberhalb des dritten voll ausgebildeten Blattes (bei Edelrosen sind die Blätter meist fünfzählig) schräg abgeschnitten werden. In der oberen Blattachsel entsteht dann ein neuer Trieb, dessen Blätter anfangs noch weich und rot überhaucht sind.  Wird der Schnitt versäumt, entstehen sehr hohe Rosenbüsche, die unten häufig kahl sind.