In jedem funktionierendem Bienenvolk gibt es eine Königin. Sie ist etwas länger als die anderen Bienen. Ohne sie geht es nicht richtig.

Früher, ganz früher, glaubten die Menschen: Dieses Tier könnte nur ein Männchen sein, seinen Anweisungen müssten alle anderen folgen. Sie nannten darum das Tier „der Weisel".

Suchbild: Wo ist die Bienenkönigin?

Suchbild: Wo ist die Königin? Auf diesem Bild sind viele Bienen mit ihrer Königin zu sehen.Suchbild: Wo ist die Königin?

Als man herausfand, dass der Weisel auch die Eier legt, aus denen später Bienen werden, wusste man: Das muss ein weibliches Wesen sein. Von da ab sagte man nicht mehr der "Weisel" sondern die "Königin".

Eine Königin also. Der müssen bestimmt alle gehorchen! Die sagt was gemacht wird. So glaubte man. So ganz richtig ist das aber auch nicht.

Na klar, sie wird von den anderen geputzt, bekommt eine besondere Nahrung. Aber das war's auch schon. Dafür legt sie im Sommer 1000 bis 2000 Eier täglich. Dadurch wird das Volk so groß, dass nicht mehr Platz genug für alle ist. Ein Drittel der Bienen des Volkes hat jetzt Lust wegzufliegen und sich eine neue Wohnung zu suchen.

Und die Königin muss mit.

Doch sie möchte lieber bleiben, obwohl ihre Nachfolgerin schon beinahe erwachsen ist. Außerdem ist sie viel zu schwer, um zu fliegen. Aber da machen ihr die anderen Bienen Beine: Von nun ab verpasst das reiselustige Volk ihr ein Fitnessprogramm. Die Königin wird auf Diät gesetzt, sie bekommt weniger zu essen, wird Tag und Nacht in Bewegung gehalten, bis sie wieder schlank ist und fliegen kann.

Aber sie hat trotzdem keine Lust und will lieber zu Hause bleiben.

Jetzt kneifen, beißen und schubsen die Bienen, bis die Majestät sich bequemt, das Haus zu verlassen. Draußen wartet man schon auf sie. Und jetzt, endlich, schwärmen Königin und Bienen ab. Also, von wegen „Königin".

Wer bestimmt hier???

Die Bienen schwärmen!Die Bienen schwärmen!

Text: Uwe Alpert
Fotos: Petra Alpert