Das Wetter ist jetzt schöner geworden, die Temperaturen sind zwar noch dem April gemäß, doch wenn man so durch die Stadt geht, sieht man in vielen Haus- und Kleingärten schon umfangreiche Aktivitäten. Es wird gejätet, geharkt, gesät und gepflanzt was das Zeug hält.

Das erste essbare Grün im Garten ist der Schnittlauch. Wenn er blüht, wird er zur Zierpflanze. Die nachfolgenden Blätter ohne Blüte kann man weiterhin essen.Das erste essbare Grün im Garten ist der Schnittlauch. Wenn er blüht, wird er zur Zierpflanze. Die nachfolgenden Blätter ohne Blüte kann man weiterhin essen.

In den letzten Jahren geht der Anbautrend immer mehr in Richtung Ziergarten, denn die mageren Jahre sind vorbei und man kann ja alles Gemüse auch im Laden kaufen. Doch warum soll Gemüseanbau nicht auch schöne Seiten haben. Es gibt auf diesem Gebiet viele Pflanzen, die sich durchaus auch in einem Blumenbeet gut ausnehmen und darüber hinaus noch Verwendung in der Küche finden. Angefangen mit den Küchenkräutern, die - frisch geerntet - immer noch das beste Aroma haben. Krause und glatte Petersilie haben einen gewissen Zierwert. Basilikum, aus der heutigen Küche nicht mehr wegzudenken, hat viele schöne Varianten: Es gibt Sorten mit roten Blättern wie z.B. ‚Bordeaux', großen Blättern wie ‚Genoveser' und sogar Sorten mit gekrausten Blättern wie z.B. ‚Serrata'. Eine kleinblättrige Sorte mit gedrungenem Wuchs ist sehr gut als Beeteinfassung geeignet. Schnittlauch, das erste Grün im Jahr, das hervorragend auf Quark schmeckt, hat sehr schöne violettrosa Blüten und auch blühende Küchenzwiebeln haben einen gewissen Zierwert. Viele mediterrane Kräuter, wie Lavendel, Salbei, Oregano und Thymian, haben den Einzug in unsere Blumenrabatten schon geschafft, weil sie sehr attraktive Blätter und Blüten haben.

Doch es gibt auch Gemüsearten, die sich zwischen den Blumen sehr gut ausmachen. So z.B. die Rheinische Gartenmelde. Eine alte Gemüsepflanze, die sich wie Spinat - roh oder gekocht - verwenden lässt. Sie wird über einen Meter hoch und ist ein Hingucker für den Hintergrund. Es gibt sie mit maigrünen und roten Blättern. Eine andere zierende Blattpflanze ist Mangold, vorzugsweise die Sorten mit rotem Stiel. Doch auch gelb-, rosa- und weißgestielte Sorten mit ihren aparten Blättern, sind für ein Blumenbeet geeignet. Genauso kann Kohl zieren. Der Toskanische Palmkohl mit seinen schmalen, blasigen und blaugrünen Blättern kommt zwischen Blumen gut zur Geltung und auch Brokkoli, z.B. mit lilagefärbten Rosetten.

Wer Platz in der Blumerabatte hat, kann auch einmal eine Zucchinipflanze hineinsetzen. Ihre grünen, weiß gefleckten, Blätter sehen sehr hübsch aus, genauso wie die großen gelben Blüten und die in allen Varianten vorkommenden Früchte. Es gibt sie in Hell- und Dunkelgrün. Sie können auch gestreift, rund, gelb, hell- oder dunkelgrün sein, und die Früchte des Patissonkürbis sehen aus wie hellgelbe oder weiße Ufos. Auch der kleine Hokkaidokürbis ‚Uchiki Kuri' schmückt einen Gartenzaun mit seinen Blättern, gelben Blüten und im Herbst auch noch mit seinen leuchtenden Früchten. Für Zäune eignen sich auch Erbsen sehr gut. Sie können weiße, rosafarbene oder auch blaue Blüten haben. Und eine alte Gemüsepflanze ist wieder erhältlich: Die Spargelerbse. Sie blüht mit wunderschönen dunkelroten Blüten, ist ein echter Hingucker und ihre geflügelten Hülsen sind sehr apart und essbar. Für Pergolen und Rankgerüste sind Feuerbohnen mit ihrem üppigen Laub hervorragend geeignet und ihre leuchtenden orangeroten, weißen oder auch rot-weißen Blüten zieren sehr. Man muss also nicht immer auf Nützliches verzichten, wenn man Schönes im Garten anpflanzt.


Claudia Heger