Jetzt werden die Tage wieder kürzer und wer sich für den Winter im eigenen Garten Vitamine sichern will, sollte einmal über die Kultur von Endivien nachdenken. Die Heimat der Endivie ist das Mittelmeergebiet. Sie wurde schon von den Griechen und Römern als Gemüse angebaut. Doch werden Endivien mittlerweile weit über dieses Gebiet hinaus als Salatpflanzen kultiviert. Für den Sommeranbau sind sie nicht geeignet, denn sie neigen bei langen Tagen zum Schossen, d.h. zur Blütenbildung.

Die Pflanzen gehören zu den Zichoriengewächsen, wie die Wegwarte, deren Wurzeln früher geröstet und als Kaffeeersatz verwendet wurden.

Bei Endivien unterscheidet man zwischen ganzblättrigen Sorten: den Escariol-Typen, wie z.B. "Wallone", "Diva", "Escariol gelber" und "Escariol grüner", und den geschlitzt blättrigen, den Frisee-Typen, wie z.B. "Myrna". Beide haben die gleichen Kulturbedingungen. Ihre Entwicklungszeit beträgt ca. 8 – 10 Wochen. Die beste Pflanzzeit ist zwischen Mitte Juli und Ende August. Man kann die Pflanzen vorziehen, einmal pikieren und dann auspflanzen. Es kann auch direkt ausgesät werden, anschließend lässt man die kräftigste Pflanze stehen. Wem die eigene Voranzucht zu mühsam ist, der kann um diese Zeit im Gartenfachhandel vorgezogene Endivien kaufen. Auf ein gut vorbereitetes Beet, das mit 2 cm Kompost aufgedüngt wurde, setzt man die Pflanzen im Abstand von 30 x 30 cm. Wie bei allen Salaten ist auch hier eine gute Wasserversorgung wichtig.

Bei rechtzeitigem Anbau kann man Endivien noch im Herbst ernten. Späterer Anbau liefert sogar im Winter vitaminreichen Salat.Bei rechtzeitigem Anbau kann man Endivien noch im Herbst ernten. Späterer Anbau liefert sogar im Winter vitaminreichen Salat.

Endivien enthalten Bitterstoffe, die zwar sehr gesund sind, aber vielen zu bitter schmecken. Deshalb gibt es Sorten, die man durch Zusammenbinden bleichen kann. Ob die Sorte zum Bleichen geeignet ist, steht auf der Samentüte. Zum Binden muss die Endivie bis ins Herz trocken sein, damit sie nicht anfängt zu faulen. Am einfachsten lässt sich die Pflanze mit einem stärkeren Gummiband zusammenbinden. Der richtige Zeitpunkt dafür ist ein bis zwei Wochen vor der Ernte. Gebleichte Sorten sind milder im Geschmack, enthalten jedoch weniger Vitamine.

In den letzten Jahren hat auch der Radicchio Einzug in deutsche Küchen gehalten. Auch er ist mit der Wegwarte verwandt. Dieser Salat wird von Juli bis Anfang August an Ort und Stelle ausgesät, denn er lässt sich nicht verpflanzen. Im Juli ausgesäte Pflanzen können noch im Herbst geerntet werden. Sät man erst Anfang August aus, kann der Salat auch überwintert werden. Bekannte Sorten sind "Indigo", "Palla Rossa 2" und seit neuestem auch eine Varietät mit hellgelben, rot gefleckten Blättern, "Variegato di Castelfranco". Der Radicchio bildet sehr große grüne Köpfe aus. Verwendet werden die rotgefärbten Herzen dieses Salats, denn die äußeren Blätter sind zu hart zum Essen. Endivien und Radicchio vertragen bis zu -5 °C Frost und können somit auch den Winter über an frostfreien Tagen geerntet werden. Sollte es stärker frieren, kann man die Pflanzen mit Laub oder Wintervlies schützen. Auch in einem kalten Gewächshaus kann man diese Salate ohne Probleme über Winter kultivieren, doch sollte man auf regelmäßige Wassergaben achten. Bei warmem und sonnigem Wetter sollte das Gewächshaus gelüftet werden. So kann man auch von Spätherbst bis in den Winter hinein frisches, vitaminreiches Gemüse aus dem eigenen Garten auf den Tisch bringen.

 

Claudia Heger