Unser Maulwurf Hannes zeigt mit seiner Hand und seiner langen Nase nach rechtsIch bin Hannes der Maulwurf. Für meine Art bin ich eigentlich nicht typisch, denn ich halte mich oft bei meinen Freunden Sara Regenwurm und Igelli Igel, im Lehrgarten des Landesverband der Gartenfreunde Braunschweig auf.
Eigentlich leben wir Maulwürfe fast unser ganzes Leben unter der Erde und kommen nur selten an die Oberfläche.

Weil wir Maulwürfe unterirdisch leben und es dort dunkel ist, hat sich unsere Sehfunktion, im Laufe der Entwicklung, zurückgebildet. Wir können meist nur hell und dunkel unterscheiden. Unsere Augen sind nur sehr klein und in unserem Fell kaum zu sehen.
Und unsere Ohren sind winzig. Außen haben wir keine Ohrmuscheln.
Dafür haben wir aber einen ausgezeichneten Tastsinn. Du kennst sicher auch von anderen Tieren die Tasthaare, um die Schnauze herum? Bei Katzen nennt man diese zum Beispiel „Schnurrhaare“.
Zudem befinden sich an unseren langen Schnauzen sehr viele Tastzellen, die mit den Haaren verbunden sind.

Mit unseren Tasthaaren können wir feinste Vibrationen aufnehmen und Hindernisse erspüren. Das ist, in der Dunkelheit unter der Erde, hilfreicher, als gute Augen.
Die Schnauze eines Maulwurfs ist übrigens sehr beweglich. Stell Dir vor, Du könntest Nase und Mund in verschiedene Richtungen wenden. So ähnlich ist das bei uns.
Wir Maulwürfe werden ausgewachsen im Durchschnitt 10-17 cm lang und wiegen zwischen 60 und 120 Gramm.
Viele Menschen schwärmen über unser seidiges Fell, das normalerweise dunkelgrau ist, aber in der Farbe auch von schwarz, über grau, bis zu braun variieren kann. Der Grund für das weiche Fell liegt in der Struktur der Haare. Diese nennt man Wollhaare und sie wärmen unsere Körper in der kalten, feuchten Erde gut.

Auf einer grünen Rasenfläche liegt ein Maulwurf, mit weichem schwarzglänzenden Fell und markanter langen Nase sowie großen schaufelartigen Füssen.Ein Verwandter von mirMaulwürfe haben 44 Zähne. Und die brauchen wir auch, denn wir sind Insektenfresser. Graben wir unsere Gänge und treffen dabei auf Insekten oder ihre Maden, werden sie verspeist. Auch Regenwürmer stehen ganz oben auf dem Speiseplan meiner Artgenossen. Aber keine Sorge, ich würde Sara Regenwurm niemals fressen. Schließlich sind wir doch Freunde!
Auffällig an uns, sind unsere großen Hände. Sie sehen aus, wie Schaufeln und genau das ist auch praktisch, denn mit ihnen graben wir unsere verzweigten Tunnelsysteme unter der Erde.
Gärtner mögen uns oft nicht, weil die Erdhügel, die wir an der Oberfläche produzieren, ihnen nicht gefallen. Aber irgendwo müssen wir doch mit der Erde hin, die beim Gänge graben zu viel ist.
Dabei verursachen wir eigentlich keine Schäden an Pflanzen. Wir fressen ja auch kein Gemüse oder Wurzeln an. Aber lange Zeit waren Gärtner so genervt von den Erdhügeln, die wir hinterlassen, dass sie uns jagten. So lange, dass wir bereits vom Aussterben bedroht waren. Daher hat man uns Maulwürfe 1988 unter Artenschutz gestellt. Das heißt, wer uns jagt und tötet, begeht eine Straftat gegen das Naturschutzgesetz.

Nicht alle Gärtner finden unsere Erdhügel schrecklich. Viele schätze sie mittlerweile sogar, tragen sie mit einer Schaufel ab und geben sie, als nährstoffreichen Boden, in die Gemüsebeete.
Die meiste Zeit leben Maulwürfe allein. Außer zur Paarungszeit, im Frühjahr. Haben wir einen Gefährten oder eine Gefährtin gefunden, um uns fortzupflanzen, kann es sein, dass wir uns sogar über der Erde paaren. Danach trennen sich unsere Wege wieder und das trächtige Maulwurfsweibchen baut sich eine Art Nest tief unter der Erde.
Die Schwangerschaft, Trächtigkeit genannt, dauert etwa vier Wochen. Dann werden zwischen zwei und sieben Junge geboren, die anfangs noch komplett nackt, blind und nicht größer als eine dicke Bohne sind. Wir sind Säugetiere. Das heißt, unsere Jungen werden von der Mutter mit ihrer Milch ernährt.
Mit zwei Monaten sind die Jungen dann soweit ausgewachsen, dass sie das Nest der Mutter verlassen und sich ein eigenes Revier suchen.

Wie alt Maulwürfe werden können, ist nicht ganz sicher. Vermutlich wäre ein Alter von fünf Jahren kein Problem. Allerdings haben Maulwürfe viele Feinde, wie Raubvögel, Marder, Hunde, Katzen, Füchsen und anderen Tieren, so dass viele Maulwürfe nicht älter als höchsten drei bis vier Jahre alt werden.
Wir machen übrigens keinen Winterschlaf. In der kalten Jahreszeit ziehen wir uns einfach tiefer in die Erde, dort, wo der Boden nicht gefroren ist, zurück.

Text: Sylvia Koppermann
Foto "Maulwurf": Uli Stoll Outdoor-Fotografie / Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / pixelio.de